Zehn Jahre Blockchain – Bitcoin, Crypto Kitties und die digitale Blockchain-ID – Eine Reise

Nicht nur die Wirtschaftsinformatik und Management (s.u.) wird dieses Jahr zehn, sondern auch die Bitcoin-Blockchain. Im Januar 2009 wurde der erste Bitcoin-Block durch jemanden (eine Person oder Gruppe) mit dem Pseudonym Satoshi Nakamoto gerechnet. Basis war das von derselben Identität im November 2008 veröffentlichte Whitepaper. Aber was bedeutet das für uns heute?

Grundlegende technologische Durchbrüche sind anfangs immer auf Widerstand gestoßen – denken wir nur einmal an Elektrizität („Wir brauchen kein elektrisches Licht, Gas- und Öllampen funktionieren gut“), das Auto („Wozu Autos? Wir haben schon Pferde und Wagen“), das Internet („Warum Internet? Telefonie, Papier und Post tun es auch“) und heute „Blockchain-Technologie“ („Papiergeld und Banktransaktionen gibt es schon, wozu neues Geld?“).

In den Medien und der Masse sind Bitcoins, Blockchain und Krypto heute kaum noch ein besonders präsentes Thema, seitdem zur Jahreswende 2017/2018 die Kurse für Kryptowährungen stark eingebrochen sind. Dabei hat der Hype rund um digitale Währungen gar nichts mit der Weiterentwicklung der Technologie zu tun. Ganz im Gegenteil: Ich selbst halte es für gut, dass der Währungshype nun endlich vorbei ist und man sich jetzt auf nutzbringende Anwendungsfälle der Blockchain-Technologie besinnt.

Von den Cypherpunks zur „Ur-Blockchain“

Der Ursprung für die Blockchain-Technologie liegt etwa in den 1990er-Jahren bei den sogenannten „Cypherpunks“ (nicht „Cyberpunks“) [2]. Diese Krypto-Enthusiasten legten damals mit Konzepten wie Hashcash, B-Money usw. bereits die Grundlagen für die heutige Bitcoin-Blockchain. Satoshi Nakamoto knüpfte daran an, mit der Zielsetzung, eine sichere digitale Währung zu schaffen: „A Peer-to-Peer Electronic Cash System“ [1]. Das eigentlich Brillante und Innovative an der Bitcoin-Blockchain ist, dass Satoshi bestehende Ansätze und kryptographische Grundlagen komplett neu komponiert und orchestriert hat, um ein funktionierendes elektronisches Zahlungssystem zu schaffen. Alle vorherigen Einzelkonzepte der Cypherpunks hierzu waren gescheitert.

Die „Ur-Blockchain“-Idee umfasst unter anderem folgende Vorteile:

  • Transparenz: Jede Transaktion lässt sich öffentlich nachvollziehen und nachträglich nicht modifizieren.
  • Entfall des Intermediärs: Transaktionen können ohne Mittelsmann abgewickelt werden.
  • Lösung des „Double Spending“-Problems: Jeder Coin existiert genau einmal und kann nicht doppelt ausgegeben werden.
  • Sicherheit: Die Bitcoin-Blockchain ist bis heute nicht realistisch hackbar und wird es auch in den nächsten Jahren mit an „unmöglich“ grenzender Wahrscheinlichkeit nicht sein.

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Hype und Realität – Nur CryptoKitties? Was haben wir von der Blockchain?

Sind es nur Bitcoins und virtuelle Katzen, was wir aus dem Konzept von Satoshi bis heute gemacht haben? Fakt ist, dass Tokens unterschiedlichster Facetten, angefangen beim „Fun“- Badcoin [13] bis hin zum skalierbaren EOS-Token auf dem Markt sind. Realität ist, dass inzwischen auch von hartnäckigen Krypto-Verweigerern verstanden wurde, dass sich Blockchain- und Krypto-Technologie nachhaltig für unterschiedlichste Use Cases etablieren wird. JPMorgan Chase & Co hat vor Kurzem einen eigenen Coin herausgegeben. Vor einemJahr hat JPMorgans Geschäftsführer noch behauptet, dass Bitcoin „Betrug“ ist [7].

Automatisierung, Effizienz, Vermeidung von Betrugsfällen und vieles mehr – so einige Blockchain-Anwendungsfälle sind bereits implementiert, wenngleich es in der Blockchain Community heute eher „ruhiger“ zugeht. Die Blockchain-Technologie kommt durch die Hintertür.

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Den vollen Artikel, ursprünglich veröffentlicht in der “Wirtschaftsinformatik und Management” können Sie hier lesen: http://bit.ly/2VUVG64

Offizielle Quellenangabe: Springer-Verlag, Reinhard, B. Wirtsch Inform Manag (2019) 11: 81. https://doi.org/10.1365/s35764-019-00165-x — Veröffentlichung von Auszügen des Artikels hier mit freundlicher Genehmigung des Autors und des Verlags.

Blockchain

Literatur

  1. https://bitcoin.org/bitcoin.pdf
  2. https://www.coindesk.com/the-rise-of-the-cypherpunks
  3. https://bitcointalk.org/index.php?topic=137.0
  4. https://cryptokitties.co
  5. https://www.iota.org/
  6. https://eos.io/
  7. https://www.reuters.com/article/legal-us-usa-banks-conference-jpmorgan/jpmorgans-dimon-says-bitcoin-is-a-fraud-idUSKCN1BN2PN und https://www.reuters.com/article/us-jp-morgan-blockchain/jpmorgan-chase-to-create-digital-coins-using-blockchain-for-payments-idUSKCN1Q321P
  8. https://www.ibm.com/blockchain/solutions/food-trust
  9. https://www.bloomberg.com/news/articles/2018-09-26/blockchain-hype-may-finally-turn-into-reality-in-pharmaceuticals
  10. https://www.cbinsights.com/research/blockchain-real-estate-disruption/
  11. https://dfinity.org/
  12. https://www.computerworld.ch/business/e-voting/stadt-zug-test-eigenem-e-voting-blockchain-basis-geglueckt-1641244.html
  13. https://badcryptopodcast.com/?s=badcoin
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